Hermann Lotze to WRS [1] [2]
1869.12.27

[3] An Herrn Wm Robertson Smith

von

Hofrath [Hofrat] Lotze, Prof. Philos. Ord.

in Göttingen

Sie haben mir mitgetheilt [mitgeteilt], geehrtester Herr, dass sich Ihnen die Aussicht auf ein öffentliches Lehramt eröffnet, und Sie glauben, dass es Ihnen nützlich sein könnte, auch durch meine Anerkennung Ihrer Leistungen empfohlen zu werden. Mit Vergnügen erfülle ich diesen Ihren Wunsch, und bezeuge Ihnen hierdurch, dass ich nicht nur mit Bedauern ihren persönlichen Umgang vermisse, sondern dass ich beklage, Sie nicht ganz für Deutschland gewinnen zu können. Die seltene Vereinigung philosophischen Talentes mit einer so gründlichen mathematischen und physicalischen Bildung, welche ich an Ihnen hochzuachten Gelegenheit hatte, würde für jede unserer Universitäten eine sehr erfreuliche Erwerbung gewesen sein. Da dieser Wunsch sich nun nicht erfüllen lässt, so muss ich mich begnügen, die Schule Ihres Vaterlandes zu beneiden, welche Ihnen den Anfang einer ohne Zweifel glänzenden Laufbahn möglich macht. Mit wahrhaftiger Zuneigung und der grössten Hochachtung bin ich immer

Ihr ergebenster

Hermann Lotze

Göttingen 27 Dec. 1869


[1] Thiele family papers, MS

[2] Given as a reference, probably sought by William Pirie Smith — or WRS himself – on the occasion of the candidature of WRS for the New-College-Hebrew chair in Aberdeen in 1869. In summer 1867 WRS studied in Germany.

[3] Translation:

To Mr William Robertson Smith

from

Hofrath [honorary title conferred on a senior civil servant] Lotze, full prof. of philos.

at Göttingen

You have informed me, dear Sir, that the possibility of a public teaching post has presented itself to you and that you believe it might be useful to have my acknowledgement of your achievements as a recommendation. It is with pleasure that I meet your wish and herewith testify, that not only to my regret I would miss our personal intercourse but lament not having been able to gain you completely for Germany. The rare union of philosophic talent with such thorough mathematical and scientific learning which I had the opportunity to esteem highly would have been a welcome acquisition for any of our universities. As this wish now is not to be fulfilled I have to be content to envy that college in your native land, which without doubt will make the start of a brilliant career feasible for you. With true affection and deep respect, I am always,

Your obedient

Hermann Lotze

Göttingen 27 Dec. 1869